mtra-radiologie-mta.jpgDas Berufsbild Medizinisch-Technische/r Radiologieassistent/in ist bestimmt vom Einsatz von Strahlen zur Erkennung und Heilung von Krankheiten. Von jeher ist der Beruf vom unmittelbaren Umgang mit dem Patienten geprägt. Neben dem sozialen Aspekt kommen die modernsten Geräte in Kliniken und Praxen zum Einsatz und werden von MTRA bedient. Der Umgang mit dem Computer ist somit für die/den MTRA zur Selbstverständlichkeit geworden.

Das Wichtigste ist jedoch der tägliche Kontakt mit Menschen. Das erfordert die Bereitschaft zum Eingehen auf die Krankheiten und Probleme der Patienten. Meist ist die/der MTRA ihr erster Ansprechpartner. Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit, sorgfältiges Arbeiten und Verantwortungsbewusstsein sind unbedingt erforderlich, um den Beruf des/der MTRA erfolgreich ausüben zu können.

Die Berufsbezeichnung MTRA taucht in der Gesetzgebung auf, da es Tätigkeiten gibt, die der/dem MTRA vorbehalten sind. Die Gesetzgebung schreibt dabei vor, dass die Strahlenexposition des Personals und des Patienten auf ein Minimum beschränkt wird, so dass ein/e MTRA keinem erhöhten Risiko durch den Umgang mit Strahlen ausgesetzt ist.

Als Einsatzgebiete stehen den ausgebildeten MTRA vier unterschiedliche Fachbereiche offen, die lediglich den Umgang mit Strahlen als Gemeinsamkeit aufweisen.

 

Mit Hilfe von Röntgenstrahlen und anderen bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanztomographie und Ultraschall werden z.B. Knochen, Organe und Gefäße dargestellt. MTRA fertigen auf Anforderung des Arztes selbständig Röntgenbilder an. Sie unterstützen den Radiologen bei Röntgenkontrastmitteluntersuchungen von Organen und Blutgefäßen und sind an Großgeräten wie Computertomographen und Magnetresonanztomographen eingesetzt. MTRA müssen gute Kenntnisse von der Anatomie (dem Bau) des Menschen haben, um Röntgenaufnahmen anfertigen zu können. Sie müssen aber auch gute physikalisch-technische Grundlagen besitzen, um mit den komplizierten Apparaten und Großgeräten arbeiten zu können. Viele Untersuchungen in der Radiologischen Diagnostik sind nur in Teamarbeit zwischen dem Patienten, dem Arzt und der/dem MTRA durchzuführen, wobei die Qualitätssicherung und der Strahlenschutz eine große Rolle spielen.

Den engsten Kontakt zum Patienten haben MTAR in der Strahlentherapie/ Radioonkologie. Hier werden überwiegend bösartige Tumore mit Hilfe von Röntgen-, Gamma- oder Teilchenstrahlen behandelt. Die Arbeit an den entsprechenden Planungs- und Bestrahlungsgeräten (Simulatoren, Linearbeschleunigern) und mit computergesteuerten Kontrolleinstellsystemen verlangt von den MTAR ein hohes Maß an Verantwortungsbewußtsein. Die Patienten werden oft über einen längeren Zeitraum bestrahlt, so daß MTAR die Patienten gut kennenlernen und die eigentliche Kontaktperson sind. Diese psychische Betreuung ist ein wichtiger Aufgabenbereich der MTAR.

In der Nuklearmedizin arbeiten die MTAR mit radioaktiven Substanzen, die dem Patienten in geringen Mengen verabreicht werden. Mit Hilfe hochempfindlicher computerunterstützter Strahlenmeßgeräte (z.B. Gamma-Kamera) kann die Verteilung im Körper und damit vorwiegend die Funktion eines Organs bestimmt werden. Es werden auch Behandlungen mit radioaktiven Stoffen, z.B. beim Schilddrüsenkrebs in der nuklearmedizinischen Abteilung durchgeführt. Im ”heißen Labor” bereiten die MTAR die radioaktiven Substanzen für die Verabreichung am Patienten vor. Exakte Bestimmung der Strahlenmenge und Einhaltung des Strahlenschutzes sind für die MTAR besonders wichtig.

In der Strahlenphysik, Dosimetrie und im Strahlenschutz nehmen MTRA sehr vielfältige Aufgaben wahr. Mit speziellen Dosismessgeräten bestimmen sie die vorhandene Strahlung in der Umgebung oder während Untersuchungen mit ionisierender Strahlung und überwachen die Einhaltung der Grenzwerte. Dazu gehört auch die regelmäßige Kontrolle der Röntgen- und Therapieanlagen sowie der vorhandenen Strahlenschutzmaterialien (z.B. Bleischürzen oder Bleihandschuhe). Bei der Anwendung von Strahlung am Menschen zu Therapiezwecken berechnen MTRA die für den Patienten notwendige Strahlungsmenge.

Der MTRA-Beruf ist aufgrund seiner umfassenden Ausbildung in der Strahlenpyhsik, Dosimetrie und im Strahlenschutz der einzige Gesundheitsfachberuf mit Fachkunde im Strahlenschutz. MTRA dürfen daher Strahlung am Menschen selbstständig, also ohne Aufsicht und Verantwortung eines Arztes anwenden.


Video zum MTRA-Beruf

Im November 2011 haben wir die MTRA-Aktionstage in München mit einem Filmteam begleitet. Auszubildende und Lehrkräfte geben einen Einblick in die Ausbildung zum MTRA.

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