Funktionsdiagnostische Methoden werden zum Erkennen von Störungen des zentralen und peripheren Nervensystems, der Sinnesorgane insbesondere im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, des Herz-Kreislaufsystems und der Lunge eingesetzt. Auch im Verlauf therapeutischer Maßnahmen werden die Funktionen dieser Organe geprüft. Die Funktionsdiagnostik bedient sich dabei komplizierter und empfindlicher elektronischer Messverfahren. Medizinisch-Technische Assistenten für Funktionsdiagnostik (MTAF) führen Untersuchungen auf Anordnung eines Arztes durch, beziehungsweise assistieren bei diagnostischen Untersuchungen und therapeutischen Maßnahmen.

Die Funktionsdiagnostik umfasst die folgenden Tätigkeitsbereiche:

 

Im neurophysiologischen Labor wird die Funktion des zentralen und peripheren Nervensystems untersucht. Die MTAF registrieren an der Körperoberfläche die bio-elektrischen Signale, die in Nerven bei der Weiterleitung von Sinnesreizen und Bewegungsimpulsen ausgelöst werden, oder bei der Tätigkeit des Gehirns fortwährend entstehen. Sie verwenden dazu hochempfindliche Meßverfahren, zum Teil unter Einsatz äußerer Reize (zum Beispiel Licht, Ton).

In diesem Bereich führen die MTAF unterschiedliche Messungen zur Ermittlung des Hörvermögens durch, einschließlich der Beratung und Nachsorge bei Trägern von Hörgeräten. Ferner werden Untersuchungen des Gleichgewichtsorgans sowie Geruchs- und Geschmacksprüfungen durchgeführt.

MTAF im Fachgebiet HNO (Fachkunde für Hals, Nasen, Ohren) werden mit den diagnostischen Aufgaben in Audiologie, Pädaudiologie und Neurootologie betraut. Um exakte Untersuchungsergebnisse mit entsprechenden therapeutischen Konsequenzen zu erreichen, sind ein hohes Maß an fachlichen Kenntnissen und intensive praktische Übung erforderlich. Zu den Untersuchungsmethoden zählen subjektive und objektive Hörprüfungen bei Kindern und Erwachsenen, Prüfungen zentraler Hörfunktionen, Beratung, Versorgung und Rehabilitation von Hörgeräteträgern (in Zusammenarbeit mit Hörgeräteakustikern und Schwerhörigenpädagogen), Prüfungen der zentralen und peripheren Gleichgewichtsfunktionen, objektive und subjektive Prüfungen der Geruchs- und Geschmackssinne, Prüfungen der Gesichtsnervenfunktionen. Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sich vor allem in HNO-Kliniken, aber auch z.B. in HNO-Praxen, Gesundheitsämtern und Versorgungsämtern mit ihren Aufgaben zur Begutachtung u.a. nach dem Schwerbehindertengesetz, zudem bei Betriebsärzten und Berufsgenossenschaften, Schwerhörigen- und Gehörlosenschulen und Gehörlosenkindergärten.

Bei fraglichen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems werden die Herzströme registriert (Elektrokardiogramm), eventuell unter körperlicher Belastung oder über einen längeren Zeitraum hinweg. Die MTAF führen Messungen an Patienten durch, die Aufschluß über die Strömungsverhältnisse in den Blutgefäßen geben können. Auch bei therapeutischen Maßnahmen am Herz-Kreislaufsystem führen die MTAF technische Untersuchungen durch.

In diesem Bereich wird die Funktion der Lunge hinsichtlich ihres Fassungsvermögens, ihrer Dehnbarkeit, des Gasaustausches etc. gemessen.

 

Hier können Sie die Flyer des DVTA zur Berufsausbildung (PDF 0,40MB) der MTAF und zum Berufsbild MTAF (PDF 0,28MB) herunterladen.

 

DVTA Aktuell für MTAF -
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