Fachkräftemangel MTA
 
1. Trotz der Digitalisierung/Künstliche Intelligenz und trotz des demografischen Wandels zeigt sich ein steter Anstieg der Zahlen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den MTA-Berufen. 
 
2. Die Fachkräfteanalyse und Statistik der Bundesagentur für Arbeit spiegeln nicht das tatsächliche Verhältnis zwischen den offenen MTA-Stellen und Bewerbern für MTA-Berufe wider.
 
Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit basieren nur auf den ihr gemeldeten freien bzw. besetzten sozialversicherungspflichtigen Stellen. Eine Erfassung in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit erfolgt nur, wenn die Arbeitgeber freie Stellen für den Bereich der medizinisch –technischen Berufe der Bundesagentur für Arbeit auch melden und erfasst auch nur diejenigen besetzten Stellen, die sozialversicherungspflichtig sind, (daher nicht die der selbstständigen MTA).
Der Vergleich zu den Zahlen des DKI Barometer 2009/2016, wie auch der Vergleich mit den Zahlen des
Branchenmonitorings aus Rheinland-Pfalz 2015 und der Landesberichterstattung Gesundheitsberufe,
Nordrhein- Westfalen 2015, zeigt deutlich, dass die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nicht
repräsentativ sind.
Es besteht Fachkräftemangel in den MTA Berufen und damit dringender Handlungsbedarf!
 
Download DVTA Präsentation: Fachkräftemangel MTA - PDF 1,5 MB, Januar 2019
 
 
Gutachten Fachkräftemangel MTA 2019 - Verschärfung des Fachkräftemangels in MTA-Berufen

Der Fachkräftemangel in den MTA-Berufen hat in den letzten Jahren spürbar zugenommen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) im Auftrag des Dachverbandes für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin Deutschland (DVTA).
Aktuell haben 46 % der Krankenhäuser Stellenbesetzungsprobleme bei der Medizinisch-technischen Radiologieassistenz (MTRA), 24 % bei der Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenz (MTLA) und 17 % bei der Medizinisch-technischen Assistenz für Funktionsdiagnostik (MTAF). Hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Krankenhäuser sind aktuell 1.170 VK-Stellen für MTA unbesetzt. 2011 waren es noch 425 Vollkraftstellen.

Auch die Anzahl der Krankenhäuser, welche MTA vorhalten, ist in den letzten 10 Jahren stark rückläufig. Bei MTLA ging sie von 2008 bis 2017 um rund 300 Krankenhäuser zurück, bei MTRA um etwa 200 Häuser.
„Der Mehrbedarf an MTA wird bis 2030 allein aufgrund der zu erwartenden Fallzahlentwicklung im Krankenhaus um etwa 4.000 Vollkräfte steigen“, so Studienleiter Dr. Karl Blum, Vorstand des Deutschen Krankenhausinstituts. „Der Ersatzbedarf für altersbedingt ausscheidende MTA liegt bei 7.600 Vollkräften. Hinzu kommt der außerklinische Personalbedarf etwa in Großlaboren und radiologischen Netzwerken.“

Das Gutachten des DKI bestätigt, dass ein Fachkräftemangel bei den MTA-Berufen und dringender Handlungsbedarf besteht. Der MTA-Beruf wie die Ausbildung zur MTA müssen attraktiver werden, was der DVTA bereits seit langem berufspolitisch einfordert. Allem voran müssen die 25 Jahre alten Regelungen des MTA-Berufsgesetzes und der MTA-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung dringend novelliert werden, um den aktuellen medizinisch-technischen Anforderungen, gerade auch im Hinblick auf neue Technologien, Digitalisierung und KI, zu entsprechen und die Attraktivität des Berufes und der Ausbildung dazu, zu steigern. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Beruf der MTA im Vergleich zu anderen Gesundheitsfachberufen an Attraktivität verliert. Nur so kann dem Fachkräftemangel in den MTA-Berufen entgegengewirkt werden.

Die konkret notwendigen Schritte finden sich im Positionspapier zur Sicherung der Patientensicherheit durch die adäquate Versorgung mit Medizinisch-technischen Assistenten (MTA) https://dvta.de/der-dvta/der-dvta-stellungnahmen.